Die Idee

Nachhaltiges und modulares Bauen mit mila-wall von MBA

Der Abend war eine beeindruckende Demonstration der Gestaltungsmöglichkeiten eines modularen Wandsystems: Jede Stadt hat ihr eigenes Flair, ihre eigene Sprache, ihren eigenen Kolorit – eben ihr ganz besonderes Etwas, ihr »Stadtgeflüster«. Dabei besteht jede Stadt aus den gleichen Baumodulen: Gebäuden, Straßen, Plätzen, Grünflächen. Und dennoch sind alle Städte auch Unikate – geprägt von ihrer Geschichte, Kultur, ihren Bewohnern und ihrer Atmosphäre. Fünf dieser Unikate wurden am
27. September 2012 für einen Abend auf je 15 bis 20 Quadratmetern in Szene gesetzt – und zwar in modularer Bauweise. Bis zu 80 Prozent der »Baugene« der Installationen waren gleich und dennoch war jede Installation ein Einzelstück.

Das Projekt Stadtgeflüster wurde mit dem renommierten Architekturmagazin Plot durchgeführt.

Unikate trotz System

Als Baukasten dienten die modularen Wandsysteme des Gastgebers MBA. Das Grund-Bauelement aller Installationen war die mila-wall, die in verschiedenen Formen und Größen, mit verschiedenen Oberflächen aber auch mit integrierten Soundmodulen oder interaktiven Elementen zum Einsatz kam. Ergänzt wurden diese Module mit einigen, wenigen Sonderbauelementen, die auch zum Großteil in den Werkstätten von MBA in Reutlingen gefertigt wurden. Markus Militzer, Geschäftsführer und Chefkonstrukteur, war es ein Anliegen, mit der Veranstaltung Stadtgeflüster zu demonstrieren, welche Gestaltungsmöglichkeiten ein modulares Wandsystem bietet. »Durch eine Mischbauweise aus Standardelementen sowie individuell angefertigten Bauteilen lassen sich Unikate auf modularer und nachhaltiger Basis schaffen.«, ist Markus Militzer überzeugt. Angesichts der dringenden Notwendigkeit ressourcenschonend und nachhaltig zu bauen, wird der Einsatz modularer Systeme in Zukunft immer wichtiger werden. Modulares Bauen ist also mehr als nur ein Zukunftstrend.

Je mehr Kombinationsmöglichkeiten, desto besser

»Im Grunde besteht alles in der Welt aus Einzelteilen und somit aus Modulen. Ein Atom bildet als Grundbaustein der Elemente die kleinste Einheit in der Gesamtheit einer Struktur. Es ist Teil eines Ganzen und dient als Modell, komplexe Systeme aufzuschlüsseln und begreifbar zu machen.«, erläuterte Aysin Ipekçi, Architektin und Kuratorin der Ausstellung »Architekturteilchen – Modulares Bauen im Digitalen Zeitalter« bei Ihrem Impulsvortrag. Sie ist sich sicher, dass jedes System die Möglichkeit zur Identität und Individualität bietet und darin auch der besondere Reiz des modularen Bauens liegt: »Wir haben einen Katalog mit den Elementen und kennen die Regeln, wie diese verbunden werden können. Und doch ist jeder frei, sich innerhalb dieses Systems frei zu bewegen und mit einer eigenen Grammatik eine eigene Sprache und somit seine Geschichte zu verfassen. Die große Vielfalt an Kombinationen bietet die Möglichkeit Unikate zu gestalten und so steckt also in jedem System ein Unikat.«

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